Coachin Monkeymind Tina in Zack, erleuchtet

Zack, erleuchtet mit Tina Middendorf: Was bedeutet „Ruhe“ für dich? 

Tina ist systemischer Coach für Veränderungsprozesse und Stress-Expertin. Als Radiomoderatorin z.B. bei 1LIVE musste sie vor vielen Jahren erstmal selbst lernen, mit dem Druck und den Anforderungen des Jobs umzugehen. Heute arbeitet sie mit ihren Klient:innen an deren Stress-Mindset und der inneren Stabilität. Im Artikel nimmt sie dich mit auf die Reise zu ihrer und vielleicht auch deiner inneren Ruhe.  

Erst wird es dunkel, dann wird es langsam still. Ich zappel noch ein bisschen rum, bin innerlich noch total aufgewühlt. Atme schnell und flach.  

Tina, wegen morgen, lass uns das nochmal durchgehen! 

Ok, also ich würde starten mit … ah! FUCK! 

„Tina? Wie willst du starten?“ 

Nein. Egal!

Wie egal??? Das ist total wichtig! 

Ja! Aber nicht jetzt. 

Ok. Dann nur noch kurz wegen gestern – du weißt hoffentlich … 

Ja! Ich weiß! Das hätte mir nicht passieren dürfen.

Ich glaube, die anderen fanden das nicht cool von dir …

Tina? 

Tinaaaaaa? 

Nein Danke, Egon! Jetzt nicht! 

Willst du doch lieber über den Vortrag morgen nachdenken?

Egon! Ruhe jetzt!

Willkommen in meinem Kopf! Der ist nicht gerade ein Ruheabteil. Deiner etwa? 

Kennst du diese Menschen, die (fast) immer die Ruhe selbst sind? Auf die war ich immer neidisch. Es gibt nicht mehr viele davon.

Vor zehn Jahren habe ich mich auf die Suche gemacht nach meiner inneren Ruhe. Die Expedition hat etwas länger gedauert, denn meine Ruhe hatte sich quasi zur Ruhe gesetzt.

„Ich werd hier eh nicht mehr gebraucht! Ruft an, wenn wat is!“ 

Das war der Freifahrtschein für Egon Dompteur. So nenne ich meinen inneren Kritiker heute. 

Das war der Tag, an dem er sich selbst zum Vorstandsvorsitzenden meiner Ich-AG ernannt und von da an die Strippen gezogen hat. Herr Dompteur kennt keine Ruhe, der kennt nur Anweisungen, Problemanalysen und Kritik.

Wieso habe ich über die Hälfte meines Lebens nicht bemerkt, dass der mir ständig reinredet? Dass er mich nonstop rumkommandiert und nie „Ruhe“ gibt! 

Heute weiß ich: Er hat sich gut getarnt. Er hat mich glauben lassen, dass sein kritisches Geplapper meine eigenen Gedanken und Lebensregeln sind. Ich dachte auch irgendwann: „Das geht nur so!“ (immer 125 % geben) 

„Das darf ich nicht!“ (Nein sagen). 

Herr Dompteur fand alle doof, die nicht nach diesen Regeln gelebt haben. Ich irgendwann auch. Ich habe die Welt durch seine dicke Hornbrille gesehen. 

So hängen wir alle wie Marionetten an den Fäden unserer inneren Kritiker. Bewusst ist das den wenigsten. Wir nehmen meist nur innere Unruhe, Druck, getrieben sein – kurz „Stress“ wahr. 

Als meine innere Ruhe noch da war, hat sie sich regelmäßig mit Herrn Dompteur angelegt. „Du machst ihr so viel Stress mit deinen blöden 125%!“, oder „Wenn sie keinen Bock hat, dann ist das doch auch ok!“.

Dass meine innere Ruhe Widerworte gegeben hat, ist aber schon locker dreißig Jahre her. Dann hat sie irgendwann kapituliert und ich mit ihr!

Seitdem saß Egon in der Schaltzentrale meiner Entscheidungen und meines Denkens. 

Ja, er „saß“ dort allein, denn mittlerweile arbeiten wir zusammen. Wie ich das gemacht habe? Ich habe angefangen, seine Ansagen zu hinterfragen: Stimmt das? Geht das wirklich nur so? Muss ich das wirklich? Was will ich eigentlich? Dann habe ICH angefangen, Widerworte zu haben.

Du kannst deinen inneren Kritiker oder deine innere Kritikerin auch treffen. Du musst dir ihn oder sie „nur“ bewusst machen. So mache ich das auch mit meinen Klient:innen im Coaching, wenn es um Stress-Themen und Selbstkritik geht. Sich das bewusst machen, was uns unterbewusst steuert und kritisiert. 

So war das auch mit Egon und mir. Plötzlich hatte ich ihn vor Augen: Einen Bierbauch hat er, Schnörres, besagte Hornbrille und komischerweise trägt er eine blau-weiß gestreifte Clownshose. 

Spy-Date mit Herrn Dompteur 

Erstmal habe ich mich im Hintergrund gehalten und Egon ausspioniert, um ihn besser kennenzulernen. Dafür habe ich ihn in seinem daily business beobachtet: Wann meldet der sich? Gibt’s da ein Muster? Wie stehe ich zu seinen oldschool Regeln? Ist das gut oder kann das weg? 

Als es dann zur ersten direkten Konfrontation kam, weil ich versucht habe, tatsächlich NEIN zu sagen oder etwas unter 125% abzuliefern, wurde es schwierig. Egon war mächtig und hatte auf jedes meiner Argumente zehn Gegenargumente. Plötzlich tauchten sogar zwei stille Gesellschafter auf: Angst und Selbstzweifel. 

Ich brauchte auch jemanden in meinem Team. Die innere Ruhe. Wo war die eigentlich geblieben? 

Ich habe sie beim Meditieren wiedergefunden. Unsere Treffen liefen zuerst ohne viele Worte ab. Wir waren wie zwei süße Omis, die mit einem zufrieden süffisanten Lächeln auf einer Bank sitzen. Die Begegnungen und die Zeit mit ihr haben auf mich abgefärbt. Auch außerhalb der Meditation. Ich wusste jetzt, wie ich sie anzapfen konnte. 

Ich habe ihr ein Eckbüro mit richtig guter Kaffeemaschine, Soundsystem und Hängematte eingerichtet. Wenn ich bei ihr bin, kann ich die Ruhe selbst sein. Kann klar denken und gelassen sprechen. Da darf ich mich fragen, was ICH eigentlich will. Dann setze ich das in aller Ruhe um. 

Sie weiß mittlerweile schon, wann ich an ihre Tür klopfe: Wenn der feine Herr Dompteur mal wieder was zu meckern hatte und mich damit verunsichert hat. Dann wird abgewogen: Ich will nicht schludrig werden, mich aber auch nicht mehr mit Perfektionismus abstressen! 

Ich will ja kein Egomonster werden, ich will nur entspannt Nein sagen können! 

Mittlerweile weiß ich, dass beide Seiten da sein dürfen: Die immer kritische Meinung von Egon und das tiefe Vertrauen in mich und meine Entscheidungen, dass ich bei der inneren Ruhe tanke. Wir sind ein
3-er Team. Wenn sich Egon zukünftig weniger im Ton vergreift und die innere Ruhe auch mal was sagt, statt nur zufrieden süffisant zu lächeln, dann läuft das auch mit uns.

Möchtest du auch deiner inneren Ruhe begegnen? 

Im Coachingvideo nehme ich dich mit auf einen entspannten Trip zum Eckbüro deiner inneren Ruhe! Ich zeige dir Tools und Techniken, wie du sie jederzeit anzapfen kannst. 

Wenn du deine(n) inneren Kritiker besser kennenlernen und dir die Kontrolle über deine Ich-AG Stück für Stück zurückholen möchtest, dann buche dich in den nächsten Monkeymind-Club-Workshop ein.

Der findet an allen vier Montagen im November von 19 bis 20 Uhr online bei Zoom statt. Mit dem Code „MONKEY“ bekommst du 20 Euro Rabatt auf das Workshop-Paket von 140 Euro. Alle Infos auf www.monkeymind.koeln

Über Tina Middendorf:

Tina Middendorf war 20 jahre lang Radiomoderatorin. Sie musste ich erstmal viel an sich selbst arbeiten, um mit dem Stress und den Anforderungen des Jobs umgehen zu können. Heute ist sie eine Art menschliches Navi, für die persönlichen Themen, inneren Konflikte und die Neuorientierung ihrer Klient:innen. Sie arbeitet als systemischer Coach für Veränderungsprozesse und ist zertifizierte MBSR & Achtsamkeitstrainerin.

Portrait Tina @ Fabian Stürtz

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