Clean 7 – ein siebentägiges Entgiftungsprogramm

„Clean 7“ ist das siebentägige Entgiftungsprogramm von Dr. Alendro Junger, bei dem es darum geht die natürlichen Fähigkeiten des Körpers wiederherzustellen, um sich selbst zu heilen. Sabine hat das Programm für euch getestet und gleichzeitig Tagebuch geführt. Ihr erfahrt, wie es ihr ergangen ist und ob sie das Programm wiederholen würde.

Dr. Alejandro Jungers grundlegende Heilungswahrheit lautet: „Die Nahrung, die wir essen, und die medizinischen Eigenschaften, die wir von Kräutern und anderen Pflanzen erhalten, müssen die Kraft haben, uns auf eine Weise zu heilen, die Forschung und Wissenschaft noch nicht entdeckt haben. Mit der richtigen Nahrung können wir unseren Körper mobilisieren, um uns selbst zu heilen.“ Dem zugrunde liegt das Verständnis, dass der Körper bereits weiß, wie man Giftstoffe loswird und den Schaden repariert. Eine Überladung mit Giftstoffen und ein Mangel an essentiellen Entgiftungsnährstoffen können diesen wichtigen Prozess jedoch stören oder verhindern.

Das Clean 7-Programm basiert auf den drei Grundpfeilern der funktionellen Medizin, der Ayurveda-Medizin und dem Intervall Fasten. Dr. Junger betrachtet es als das „Yoga der Entgiftung“. Die Funktionelle Medizin besteht aus der Eliminationsdiät und den 5 R’s. In der Eliminationsdiät werden die häufigsten Lebensmittelauslöser wie Milchprodukte, Weizen, Zucker, verarbeitete Lebensmittel und Alkohol vermieden. Der Ansatz basiert hauptsächlich auf unverarbeiteten Bio plant-based Nahrungsmitteln. Die  fünf R’s stehen für: Remove = Entfernen, Restore = Wiederherstellen, Repair = Reparieren, Reinoculate  = Regenerieren und Relax = Entspannen. Entfernt werden alle Lebensmittel, die den Körper negativ beeinflussen. Es gibt nur Vollwertkost. Es wird wiederhergestellt, was fehlt. Dazu gehören Antioxidantien, Ballaststoffe und alle anderen Mikronährstoffe, die zur Entgiftung beitragen. Die Rezepte und die ayurvedischen Kräuter reparieren, stärken und unterstützen. In der Regeneration verhungern die schlechten Bakterien im Darm, die Guten werden gefüttert. In der Entspannung, bei der man alles machen darf, was einem gut tut, geht es um die Verbindung von Körper und Geist.

Die ayurvedische Medizin sieht in der Entgiftung den notwendigen Beginn jeder Heilung. Der für unseren modernen Lebensstil typische konstante Fütterungs- und Verdauungszustand schwächt und verringert Agni, das Feuer. Darum ist Intervall-Fasten Teil des Programms. Wichtig sind zudem die Doshas. Die drei Hauptwege, auf denen sich die Elemente zu den verschiedenen Körpertypen verbinden, sind die Doshas oder auch ayurvedischen Konstitutionen. Vata, Pitta und Kapha. Jeder Mensch hat zu unterschiedlichen Anteilen alle drei Doshas in sich. Dabei gibt es ein dominierendes Doshas und dieses gilt es durch einen Test herauszufinden.

Beim Interval-Fasten sind ausschließlich Wasser und Kräutertee erlaubt. Nach ca. zwölf Stunden gerät der Körper in den Fastenmodus. Fasten auf „Clean7“-Weise: Am vierten Tag ist der Körper bereit für ganze 24 Stunden lang ins Fasten einzutauchen. Am fünften Tag wird das Fasten mit einem Shake oder Smoothie gebrochen. Die Entgiftung verstärkt sich innerhalb von 24 Stunden auf ein Niveau, das sonst mehrere Tage dauern würde. Der Körper gerät in einen Zustand maximaler Heilung und Verjüngung.

So verlief Clean 7 für Sabine

Der Test hat ergeben, dass Sabines dominierendes Dohsa Pitta ist. Daraufhin bekam sie zwei Listen an die Hand, aus denen hervorging, was sie essen darf und was nicht. Zu den Dont’s gehören zum Beispiel: Tomaten, Cashewnüsse, Haferflocken und Schokolade.

Sabine: „Ich habe schnell festgestellt, dass ich meinen normalen Koch- und Einkaufsplan nicht großartig umstellen muss: Bio und Plant based kommt sowieso auf den Tisch, aber eben auch Snacks wie dunkle Schokolade und veganes Eis. Ich kam gerade aus einem zwei-wöchigen Italien-Urlaub zurück und habe mich dort jeden Tag mit Pizza, Pasta, Prosecco und Wein verwöhnt. Der Zeitpunkt konnte also nicht besser sein. Außerdem hatte ich seit Monaten das Gefühl, nicht 100 Prozentgeben zu können. Ich hörte, dass es in den ersten Tagen zu Kopfschmerzen, Verdauungsbeschwerden und starken Gelüsten kommen kann. Als ich die Benefits des Programms las, rückte das schnell in den Hintergrund: Mental Clarity, mehr Energie, besserer Schlaf, Gewichtsverlust und Schönheit. Hach. Und das alles nach nur sieben Tagen. Jackpot, oder?“

Tag 1: viel trinken und schwitzen.
Auf dem Plan steht: Liquid meal, lunch, liquid meal.

Der erste Morgen. Mein Sohn hat Schnupfen und meine Nacht war kürzer als sonst, dafür ist mein Hunger größer. Ich mache mir den Smoothie aus Blaubeere, Melone, Mandelmilch, Sonneblumenkernen, Grünkohl, Leinsamen, Spirulina, Chlorella, frischem Ingwer, Limettensaft und Maca. Ein Smoothie entspricht meiner Morgenroutine, aber ich nutze sonst die doppelte Menge. Gegen 11 Uhr kommt der erste Hunger. Ich laufe vom Spielplatz zurück und koche Kitchari für‘s Mittagessen. Die zubereitete Portion muss für zwei Mahlzeiten reichen. Hm, ich nehme mir nochmal was mit dem Bewusstsein, dass es morgen Mittag dann weniger gibt. Und wo bleibt jetzt der Nachtisch? Mist.

Um 15.00 Uhr habe ich wieder ein leichtes Hungergefühl. Um 16.00 Uhr gehe ich zum Yoga. Das Abendessen muss flüssig sein. Es gibt im Ofen gerösteten Blumenkohl, Delikata Kürbis und Karotte. Ich gebe alles in den Mixer und noch paar Gewürze dazu.

Fazit: Mir fehlen die Snacks und die dunkle Schokolade.

Tag 2: Ein Einlauf wird empfohlen. Nein, danke. Nicht heute.
Auf dem Plan steht: Liquid meal, lunch, liquid meal (diesmal zwei Stunden früher)

Zum Frühstück gibt’s einen leckeren Smoothie. Ich mache die Portion größer als angegeben. Mein Kind kann nicht in die Kita und ich brauche Energie. Den Kitchari-Lunch gibt es heute schon um 11.30 Uhr. Ich esse nochmal um 12.00 Uhr: Quinoa mit Kichererbsen und etwas Avocadoöl. Das mit den Portionsgrößen ist mir einfach zu wenig. Mein Abendessen gibt’s schon um halb fünf. Eine Suppe aus Karotten, Zwiebeln, Zucchini, ein paar Kichererbsen, sojafreier Miso, ein paar ayurvedischen Gewürzen und einem Schuss Mandel-Kokosmilch dazu. Hat mich satt gemacht. Das liegt aber auch daran, dass ich so viel Tee und Wasser trinke. Ich bin etwas schlapp. Und renne alle 30 Minuten aufs Klo. Ansonsten geht’s mir gut!

Tag 3: exercise, move.
Auf dem Plan steht: Liquid meal, snack, liquid meal (2 Stunden früher als an Tag 2)

Ich hatte nur 3,5 Stunden Schlaf. Mein Kind ist immer noch erkältet und ich bin hungrig. Der Blick in den Spiegel sagt: Wow, meine Haut sieht gut aus. Das war‘s aber auch schon. Während ich dusche, träume ich von einer Matcha Latte. Koffein ist leider verboten. Also mache ich mir einen Löwenzahnkaffee mit Mandelmilch. Die lasse ich dann dafür einfach beim Smoothie aus Obst, Leinsamen, Wasser, Spinat, Grünkohl, Spirulina und Chlorella raus. Ich habe das Bedürfnis mich zu bewegen und gehe für 20 Minuten auf die Yogamatte und danach auf‘s Fahrrad, um ein paar Erledigungen zu machen. Ich drehe eine Tour durch den herbstlichen Englischen Garten und mein Loch im Bauch wird größer. Den Kitchari habe ich morgens schon gekocht und zuhause muss ich mich zurückhalten nicht schon um 11.00 Uhr Mittag zu essen. Bis 11:30 Uhr habe ich durchgehalten. Eigentlich sollte das Mittagessen eine Snack-Größe haben, das geht aber nicht. Um 14:30 gibt’s mein early dinner. Ein bisschen Suppe von gestern Abend und einen Smoothie aus Apfel, Mango, Mandelmus, Grünkohl, Leinsamen, Mandelmilch und Wasser. Um 17 Uhr  bin ich hundemüde. Ich habe keinen Hunger, nur Appetit.

Tag 4: meditation to detox mentally, hmmmm.
Auf dem Plan steht: Liquid meal, snack, tulsi tea.

Die Meditation habe ich nicht geschafft. Dafür habe ich Kopfweh und Hunger und mein Kind kann immer noch nicht in der Kita. Hallelujah. Ich gönne mir wieder einen Löwenzahnkaffee mit Mandelmilch und einen Smoothie. Das Kind trinkt leider 1/5 davon leer. Nun gut. Um 10:30 ist mir kotzübel. Um 11.45 Uhr gibt es Mittagessen: Kitchari mit grünen Bohnen. Das macht mich nur bedingt glücklich und ich schiebe fünf Datteln hinterher, die ich in Mandelmus tunke. Darf man das? I don’t care. Die Vorstellung jetzt 24 Stunden nichts zu essen, lässt mich darüber hinwegsehen. Um 16:30 Uhr habe ich entsetzliche Kopfschmerzen und die erste Aura meines Lebens.Um 18:20 Uhr die zweite. Mein Kopf zerplatzt fast und mir ist extrem übel. So übel war es mir zuletzt vor genau einem Jahr nach einem drei-stündigen Bierzeltbesuch auf dem Oktoberfest. Und so fühl ich mich gerade generell: vergiftet. Ich habe die Befürchtung, dass war gerade die erste Migräne meines Lebens. Nach ein paar Stunden Schlaf vergeht die Übelkeit.

Tag 5: Congratulate yourself. Book a Massage and acupuncture, skin dry brushing. Tulsi tea, Liquid Meal, Dinner

Die Übelkeit ist weg. Die Kopfschmerzen bleiben. Die Hose, die mir nach der Schwangerschaft vor zwei Jahren nicht mehr gepasst hat, passt. Ich fühle mich sehr schlapp und habe ein flaues Gefühl im Magen. Ab 9:30 Uhr bin ich draußen unterwegs und das hilft mir sehr. Frische Luft und leichte Bewegung. Als ich um 11:20 Uhr auf dem Bauernmarkt anstehe, überkommt mich die Lust nach Essen und nach Medizin. Denn so fühle ich mich: krank. Ist das jetzt gut oder schlecht? War das einfach zu viel Stress für meinen Körper oder waren das die Giftstoffe, die raus mussten? Jedenfalls bin ich super happy als ich nach 24 Stunden zum Lunch einen riesigen Grünkohl-Papaya-Smoothie in der Hand halte. Parallel koche ich Basmati Reis. Eigentlich gibt‘s die erste feste Nahrung erst heute Abend. Aber mein Körper sagt er will dringend Reis. Und den bekommt er auch. Zum Abendessen gibt es Tortillas aus Kichererbsenmehl mit einer Gemüse-Grünkohl-Pfanne und Kichererbsen-Mus. Sehr lecker. Aber ich bin mit den Nerven am Ende. Das Kind will nicht schlafen und ich bin dauergereizt, weil unterzuckert. Um 21:45 Uhr gehe ich endlich in die warme Badewanne.

Tag 6: Rest and sleep. Ja, geht so.
Tulsi tea, lunch, Liquid Meal

Ups. Statt Tulsi Tee gibt es bei mir einen Smoothie. Ohne den hätte ich es auch nicht zum Yoga geschafft. Ich fühle mich immer noch wie gerädert. Zum Lunch gibt es Reis und Gemüse, danach einen halben Apfel. Nach zwei Stunden im Auto fangen die Jungs um mich herum an zu snacken. Ich brauch einen Apfel. Und der ist richtig, richtig gut. Saftig, süß und knackig. Abends gibt es für mich eine Butternut-Karotten-Suppe. Wir sind bei meinen Eltern zu Besuch und die haben beschlossen ins Wirtshaus zu gehen. Ich trinke also drei Tassen Kamillentee, während die Leute um mich herum schwäbische Spezialitäten schlemmen. Ist auszuhalten, aber irgendwie etwas unsozial. Ich bin müde. Gute Nacht.

Tag 7: Mindful Breathing. Atmen, um die Ruhe zu bewahren. Liquid Meal, Lunch, Liquid Meal.

Guten Morgen. Es ist alles wie immer, ich bin müde und leicht hungrig. Zum Frühstück gibt’s einen Smoothie. Danach gehe ich raus auf die Wiesen zum Äpfel pflücken. Ich träume seit Tagen von Apfelmus. Auch etwas ,was ich sonst immer esse, wenn es mir nicht gut geht. Um 11:20 gibt’s mein  Mittagessen: Reis mit Gemüse. Dann Reis mit Apfelmus. Dann Apfelmus. Die Portionsgrößen kümmern mich ehrlich gesagt nicht mehr.

Hier ist mein Clean 7 Fazit:

Mentale Klarheit, wo war die bitte? In meiner Aura versteckt?
Auch bei der angekündigten Revitalisierung bin ich nicht sicher. Innerlich vielleicht, aber leider nicht spürbar. Meine Launen waren ziemlich heftig. Ich hatte kaum Geduld und das ist mit Kleinkind die Hölle. An Tag vier und fünf hatte ich heftige Kopfschmerzen und Übelkeit wegen einer Migräne. Ich stelle fest, nichts essen, ist nichts für mich. Nur die Sachen zu essen, die auf meiner Doha-Liste stehen ist kein Problem, aber auch nach sieben Tagen Clean 7 habe ich nicht das Gefühl, dass mir die Nahrung reicht.

Was ich super fand:
Die Suppe am Abend, ich habe dadurch besser geschlafen als sonst. Der Glow meiner Haut, trotz wenigem Schlaf, der soll bitte bleiben. Intermittent-Fasting: 14 Stunden sind ok für mich, da ich generell abends nach dem Abendessen nichts mehr esse. Länger kann ich das nicht, weil sich  der Unterzucker meldet. Etwas über zwei Kilo sind nach den sieben Tagen weg.

Mache ich „Clean 7“ nochmal?
Nein, nicht in dieser Form und auch nicht mehr, wenn das Kind mit einer Erkältung zuhause ist. Ab und zu mal das Frühstück ausfallen lassen, um dem Körper mehr Zeit zur Regeneration zu geben, auf Zwischensnacks verzichten oder bewusst nur Suppe zum Abend essen – das kann ich mir vorstellen zu übernehmen.

Weitere Infos zu Clean 7 findest du hier. Das Buch zum Programm heißt: Clean 7 von Dr. Alejandro Junger.

Titelbild © Joanie Simon via Unsplash

4 Kommentare zu “Clean 7 – ein siebentägiges Entgiftungsprogramm

  1. Danke, fürderhin diese radikale Ehrlichkeit…kein Schönreden des Programms. Sabines Erfahrungen haben mich neugierig gemacht. Ich schaue mal nach dem Buch und vielleicht probiere ich es selbst. Außer Tulsi gab es keine NEM, richtig?

    LG
    Sophia

  2. Liebe Sophie, ja, das Buch ist ganz spannend. Der Vorgänger ist dieses Buch: Clean: reinigen, restaurieren, regenerieren. Im Original: Clean: The revolutionary program to restore the body’s natural ability to heal. Das ist weniger „radikal“ und das Intervallfasten fällt weg. Geht dafür 21 Tage lang. ;) Inhaltlich sind beide Bücher sehr informativ, auch wenn man das Programm nicht macht.
    Bei Clean 7 arbeitet man mit ayurvedischen Kräutern als NEM. Dazu gehören wie gesagt Tulsi-Tee, Holy Basil, Kurkuma, Ashwagandha und Triphala. Alles in Kapsel Form. Frauen können zusätzlich Shatavari einnehmen, um den Hormonhaushalt auszubalancieren.
    Gutes Lesen :)

  3. Danke für den Beitrag und die Informationen. Es gibt viele Wege zur Entgiftung und gesunden Umstellung. Es ist aber auch sehr wichtig sich wohl dabei zu fühlen.

    Deshalb am Anfang step by step :)

  4. Danke Sean für dein Feedback. Ja, da sind wir ganz bei dir.👍🏼👍🏼👍🏼

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