Frau liegt auf dem Bett Schatten von Rolladen auf ihrem Körper

In fünf Steps negative Gefühle los werden

Negative Gefühle sind wie Kaugummi. Haben wir sie und die Gedanken dazu einmal verinnerlicht, kehren sie immer wieder. Das Erkennen des Schlamassels ist der erste Schritt und mit achtsamen Übungen und ein wenig Disziplin können wir uns selbst „umprogrammieren“ und die Gefühle gehen lassen. 

Unser Kopf denkt am Tag tausende Gedanken. Die sind leider oft negativ und so entsteht im inneren der Kritiker, der uns den lieben langen Tag zurechtweist. Bei jedem Gedanken entsteht ein Gefühl, das sich in uns breit macht. Wenn wir an einen schönen Urlaub zurückdenken, dann wird’s im Inneren sonnig und warm. Wir denken dann an die gute Zeit, die wir hatten und es werden eine Menge Glückshormone mit ausgeschüttet. Wenn wir jedoch an Ärger und Streit denken, dann zieht sich im Inneren alles zusammen und es wird eng. 

Was können wir also tun, wenn negative Gefühle wie Vergleich, Ärger, Wut und Konkurrenz entstehen? Wie können wir diese links liegen lassen und ihnen nicht zulange hinter her hängen? Nehmen wir mal das Gefühl der Konkurrenz, das entsteht zum Beispiel aufgrund eines Gedankens. Von diesem Gedanken wissen wir nicht mal, ob er wirklich stimmt. Denn oft ist es so, dass Gedanken einem alten Muster folgen und wir dieses Muster immer und immer wiederholen. Ohne es zu überprüfen. 

Hier sind unsere fünf Steps, wie wir negative Gefühle in die Flucht schlagen:

1 Bringe den Fokus auf die Atmung 

Wenn wir uns einzig und allein auf unsere Atmung konzentrieren, schaffen wir es im Hier und Jetzt anzukommen. Wir hängen dann keinen Gedanken mehr hinterher, sondern sind präsent. Wir merken dann vielleicht nach ein paar Minuten Stille und Atemfokus, dass im jetzigen Moment alles gut und gar nicht so schlimm ist.

Setze dich bequem hin und spüre einfach nur, wie jeder Atemzug kommt und geht. Wie bei der Einatmung der Atem über die Nasenlöcher eintritt und bei der Ausatmung nach draußen strömt.

2 Erde dich und spüre, dass du gehalten wirst

Wenn wir geerdet sind, sind wir verwurzelt. Du kannst dir das vorstellen wie bei einem Baum. Der hat tiefe Wurzeln und steht bombenfest. Bei einem Sturm flattern die Äste und die Blätter fallen vielleicht ab, aber das Fundament, das ist bombenfest. Und so sollte das auch bei uns sein. Wir lassen vielleicht mal ein paar Blätter, aber unser Fundament ist tief verwurzelt und hält uns.

Setze dich auf den Boden und spüre, welche Körperteile den Boden berühren. Wandere dann mit der Aufmerksamkeit zu deinem Gesäß und von dort aus zum Becken. Schicke die Atmung für ein paar Atemzüge genau dorthin. Spüre, dass du getragen und gehalten wirst. 

3 Überprüfe innerlich, ob der Gedanke der Wahrheit entspricht 

Einer der besten Tipps überhaupt. Nehmen wir mal ein Beispiel: Du denkst, dass eine Freundin nicht mehr mit dir befreundet sein möchte. Hat sich dieser Gedanke einmal in uns fest gebissen, werden wir ihn einfach nicht los. Hier kommt das Konzept von Byron Katie ins Spiel, die uns in 4 Schritten lehrt die Gedanken auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Probiere es einmal für dich aus und überprüfe, ob der Gedanke überhaupt annähernd der Wahrheit entspricht. Wenn nicht, lass ihn ziehen.

4 Gehe eine Runde um den Block 

Manchmal macht es Sinn mit dem Gedanken eine Runde laufen zu gehen. Entweder ganz langsam oder wenn wir wütend sind, auch mal schnell. Ihr kennt das sicher, manchmal kochen Situationen hoch, wenn wir uns dann erst mal Platz verschaffen und eine Runde frische Luft atmen, sieht es oft schon anders aus.

Marschiere nach draußen und lege den Fokus dabei auf eine tiefe Einatmung durch die Nase und atme über den geöffneten Mund aus. Wenn möglich schüttele die Arme aus und drehe auch den Kopf mal von links nach rechts. Bring Bewegung in den Körper und in die Zellen.

5 Dich selbst so annehmen, wie du bist!

Wenn wir uns selbst so annehmen, wie wir sind, dann kann uns auch ein negativer Gedanke oder ein wirklich blödes Gefühl auf Dauer nichts anhaben. Stattdessen stellen wir uns aber in Frage oder verfallen in alte Muster. Übe dich immer wieder darin, dich so zu nehmen, wie du bist mit allen Ecken und Kanten. 

Setze dich entspannt auf den Boden. Nimm ein paar tiefe Atemzüge. Schling die Arme um beide Seiten deines Körpers und umarme dich selbst. Halte dich und spüre dich. Denke in der Einatmung „Ich bin so ..“ und in der Ausatmung „… wie ich bin“.

Alternativ kannst du dich auch auf die Seite legen und die Knie zum Körper ziehen. Die Embryo-Stellung ist eine sehr schöne Haltung, um sich selbst anzunehmen.

Buchtipp:

Der emotionale Rucksack* von Vivian Dittmar 

Titelbild @ Annie Spratt via Unsplash

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