eine Hand vor einem Lichtkegel. alles in warmes Licht getaucht

Kolumne #embracethechaos: Zen-Simone in da house.

Immer Mittwochs werde ich zur wirklich gechilltesten Version meiner selbst. Ich schwebe wie auf einer Wolke durch den Tag und fast nichts und niemand kann mich aus der Ruhe bringen. Letzte Woche telefonierte ich mit einer Freundin, die sich berechtigter Weise, aufregte. Es gibt ja bekanntlich gerade viele Gründe zum aufregen. Aber durch mich floss  alles an diesem Tag nur so durch, ich konnte verstehen, warum sie sich aufregte, aber mir war nicht nach aufregen. Ich war eeeentspannt.

Mein Zen-Mittwoch

Mittwoch ist nicht nur der Tag, an dem ich morgens um 7.00 schon Yoga unterrichte, sondern es ist der Tag nach meinem liebsten Abend der Woche, dem Dienstag. Da arbeite ich mit einem großartigen Lehrer am Thema Achtsamkeit. Natürlich nicht nur an diesem Abend, denn wir bekommen jedes Mal wieder Aufgaben für die neue Woche. Aber am Mittwoch, dem Tag danach, spüre ich die Auswirkungen besonders deutlich. Meist schaue ich auch dienstags abends nicht mehr aufs Handy und gehe schnell in die Federn, um möglichst viel von dieser schönen Energie mit ins Bett zu nehmen. Und es klappt. Ich erzähle dem Mann ganz weichgespült, dass wir am nächsten Tag das Tempo raus nehmen müssen und er lacht sich tot. 

Mittwochs werde ich zu Zen-Simone. Eine entspanntere Version meiner Selbst gibt es nicht. Eine bessere Version meiner Selbst gibt es nicht. Ich mache das übrigens nicht zum ersten Mal, am Thema Achtsamkeit bin ich schon länge dran. Ich habe eine 100-Stunden Achtsamkeitsausbildung, viele Meditationskurse und Weiterbildungen besucht. Ich merke bloß, ich vergesse viel, wie dieser Fisch, der alles vergisst. Call me Dori.

Ich werde herausgefordert

An diesem besagten Mittwoch wollte mich das Schicksal oder das Universum, wer auch immer, so richtig austesten. Sagen wir es mal so, alle arbeiteten sich hart daran ab, mich  an diesem Tag auf  die Palme zu bringen. Das Telefon klingelte in einer Tur, es kamen immer neue Termine und Aufgaben rein, das Kind war schlecht gelaunt als es ich es von der Kita abholte und ich konnte ihm nichts recht machen. Meine Einkaufstasche krachte und alle Einkäufe landeten im Aufzug. Ich stolperte über meine eigenen Füße. Der Mann hatte zwei späte Telefonkonferenzen, das Abendessen wurde kalt, das Telefon klingelte wieder, mein Auftraggeber beschwerte sich und das Kind wollte nicht ins Bett. 

Tadaaa, am Ende des Tages war Zen-Simone auf Urlaub. Sie war verschwunden und ich war völlig fertig. Dennoch war ich froh das ich den Tag überstanden hatte. Und zwar anders als sonst. Trotz all dem Mist, der auf mich herab prasselte, konnte ich bei mir bleiben. Die meisten Dinge konnte ich wirklich wie Regentropfen von mir abperlen lassen. Trotzdem: Es war verrückt, wie mich ein ganzer Tag so aus den Socken hauen konnte. 

Socken – ein wichtiges Thema für meine innere Ordnung

A propos Socken. Fürs neue Jahr habe ich mir vorgenommen mehr Ordnung zu halten, denn die Unordnung in der Wohnung übertragt sich oft auf meinen Geist. Und da ich Zen-Simone ganz gut finde, möchte ich ein wenig nachhelfen. Und diese Unordnung fängt bei meinen, besser gesagt, bei unseren Socken an. Es macht mich seit Monaten wahnsinnig, das keine Socke zur anderen passt. Und das immer irgendwo eine Socke auftaucht. In der Handtasche, im Badezimmer, im Wäschekorb des Kindes und an anderen verrückten Stellen. 

Ich sitze dann zweimal im Monat verzweifelt auf dem Sofa, in einem riesigen Sockenhaufen und versuche Sockenpaare zu bilden. Das ist eine traurige Angelegenheit, denn keine passt zur anderen. Ich muss dabei immer an meine Single- und Datingzeit in Hamburg denken, da passte auch nix zusammen. Die Lösung: Ich habe mir ein neues Ordnungssystem ausgedacht, das mich tatsächlich sehr glücklich macht. Ein Beutel für weiße Socken, ein Beutel für schwarze Socken. Ja, das wars. Die dreckigen Socken dürfen nur dort hineingesteckt werden und werden dann alle zusammen gewaschen. Es macht mich wirklich zufrieden, wenn ich nach der Wäsche Sockenpaare zusammenbringen kann. Ich fühle mich dann ein bisschen wie der Kai Pflaume der Socken. 

Man könnte also meinen so ein bisschen Achtsamkeit, viel atmen und Ordnung in der Bude und in den Socken macht mich glücklich. Das klingt ganz schön spießig und löst in mir das Gefühl aus, das ich lieber mal einen Wein trinken sollte, tanzen und so richtig einen drauf machen. Aber ihr wisst ja, es ist Corona und so feier ich lieber eine entspannte Party mit mir selbst, schlafe bis der Arzt kommt und fühle mich immer Mittwochs ganz ohne Drogen wie auf Drogen. Herrlich! 

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