ein angeschlagenes Journal liegt im Bett auf dem Papier steht a little space to be creative

Yoga & Journaling

Yoga und Schreiben sind für mich die perfekte Kombination, weil sie mir helfen bei mir selbst anzukommen und das Alltagschaos auszublenden. Die körperliche Bewegung löst festgefahrene Muster und das Schreiben räumt mich von innen auf. Danach fühlt es sich an, als hätte ich einmal ordentlich durchgefegt und sauber gemacht. Warum das so ist, was Journaling genau ist und wie ihr beide Methoden kombinieren könnt, erfahrt ihr im Artikel.

Was ist Journaling ?

Journaling ist ein wunderbares Tool, mit dem du etwas für deine mentale Gesundheit tun kannst und dass dir dabei hilft, mehr Lebensfreude zu etablieren. Wenn wir regelmäßig unsere Gedanken und Gefühle aufschreiben, merken wir, was uns gut tut und was wir vielleicht verändern möchten. Beim Journaling geht es vor allem darum, sich auf das innere Erleben zu fokussieren. Während man beim Tagebuch schreiben von Ereignissen und Ergebnissen schreibt, konzentriert man sich beim Journaling auf alles, was in einem vorgeht.  

Journaling hilft uns dabei innerlich aufzuräumen und Dinge los zu werden, die sich angestaut haben. In den USA wird die Schreibtherapie übrigens bereits seit den 70er Jahren als Therapie- und Selbsthilfetool in therapeutische Behandlungen integriert. 

Das Schöne am Journaling ist, du kannst dich einfach vor ein weißes Blatt Papier setzen und drauf los schreiben. Besonders gut ist es, wenn wir durchschreiben und den Stift dabei nicht absetzen. Dadurch entsteht beim freien Schreiben eine Art „Flow“. Wir können aber auch mit Fragen arbeiten, die einen inneren Reflexionsprozess anstoßen und uns in eine bestimmte Richtung führen. Fragen sind hier ein bisschen wie Türöffner und helfen uns einen inneren Prozess anzustoßen. 

Beliebt ist auch das „5-Minuten-Journal“ bei dem wir in einem Journal jeweils am Morgen und am Abend Fragen beantworten. Am Morgen geht es darum, dass du Dinge notierst, für die du dankbar bist. Im nächsten Step notierst du, welche Dinge deinen Tag heute großartig machen würden. Abschließend findest du eine Affirmation für deinen Tag. Diese Steps helfen dir dabei gut gelaunt und positiver durch den Tag zu gehen. 

Warum Journaling?

Beim Journaling können wir Gedanken und Gefühle verarbeiten, wir schmeißen Ballast ab und bekommen den Kopf wieder frei. Ein wichtiger Grundgedanke dazu ist: Die Antwort ist bereits in dir. Wir gehen davon aus, dass wir die Wahrheit selbst bereits wissen und nutzen das Schreiben als eine Möglichkeit sie herauszufinden. Bei vielen bewirkt Schreiben viel, weil wir in dem Moment, wo der Stift das Papier berührt, den Kopf ausstellen. Der Verstand verstummt und das Unterbewusstsein meldet sich und genau das, wollen wir. Außerdem hilft uns Schreiben dabei fokussiert und achtsam zu sein. 

Und zu guter Letzt neben der Heilung, den therapeutischen Effekten und dem Schreiben als Tool zur Persönlichkeitsentwicklung, kurbelt Schreiben auf magische Art und Weise unsere Kreativität an. Wir werden offen für neue Ideen und können wieder freier und klarer Denken. 

Wir haben so viele Dinge in unserem Kopf, so viele herumfliegende Gedanken, die wir kaum greifen können. Durch Journaling können wir diese Gedanken endlich ordnen und aus unserem Kopf bringen und Emotionen verarbeiten, die uns schon lange runterziehen.

“Journaling is a little different. You will dig deep into your soul to find those feelings and emotions you have suppressed for years. Whether you know it or not, those feelings affect you everyday of your life. They affect your decision making process, your relationships and even your job performance.”

Lakeysha-Marie Greene

Wie lege ich los?

Ganz ehrlich, einfach hinsetzen und anfangen. Das gilt für jede Art von Text und das wird dir jeder erfolgreiche Autor raten. Beim Schreiben geht es darum in Übung zu bleiben. Also, einfach hinsetzen und drauf los schreiben. 

Im zweiten Schritt geht es dann darum dran zu bleiben. Regelmäßig zu schreiben ohne etwas zu erwarten, aber mit Beständigkeit und Disziplin. Besonders gut ist es, wenn wir es dann beim Schreiben schaffen in einen Flow zu kommen. Wenn wir alles um uns herum vergessen und den Fokus auf das Blatt Papier vor uns richten.  In diesem Zustand lässt der Geist los und es kommen die Dinge ans Licht, die tief in uns verborgen sind. 

Yoga & Journaling – eine effektive Routine zur Selbstfürsorge

Wenn ihr bereits Yoga macht, dann empfehle ich euch, dass ihr ganz frei Stift und Papier mit auf die Matte nehmt und schaut, was sich entwickelt. Fangt mit leichten Asanas an, kommt etwas in Bewegung und macht dann eine Pause, um zu schreiben. Wenn es bereits vor der Praxis etwas gibt, was ihr los werden wollt, dann schreibt zuerst und geht dann in eine fließende Praxis über. Ihr seht, es gibt hier kein richtig oder falsch. 

Gerade jetzt, wenn ihr von Zuhause an Onlineklassen teilnehmt, könnt ihr euch Buch und Stift zur Seite legen und Notizen machen. Ich schreibe gerne zu Anfang der Praxis und dann nochmal am Ende. Ich notiere mir, wie ich mich zu Beginn gefühlt habe und wir es mir nach der Praxis geht. Ich schreibe auf, was sich gelöst und verändert hat.

Weil beim Schreiben die linke Gehirnhälfte aktiv ist, kann die rechte Gehirnhälfte sich entspannen und fühlen. Schreiben hilft dir, mentale Blockaden aufzulösen und dich selbst besser zu verstehen. Es ist eine Form der Selbstfürsorge, die du wunderbar mit Yoga verbinden kannst.

Für mehr Insights zum Thema findet ihr hier eine Studie der Cambridge University, die herausgefunden hat, dass Schreiben das Wohlbefinden nach traumatischen Erlebnissen verbessert:

Buchtipp:

Leben, schreiben, atmen von Doris Dörrie

Titelbild © Toa Heftiba via Unsplash

2 Kommentare zu “Yoga & Journaling

  1. Josephine Kreuz

    Danke für den inspirierenden Artikel! Ich schreibe schon Tagebuch seit ich 10 bin und finde es spannend mal das eure Tipps mit einzubeziehen und so das Tagebuch Schreiben etwas strukturierter zu betreiben! Das Doris Dörrie Buch habe ich mir direkt mal in der Onleihe ausgeliehen und freue mich aufs Lesen.

    ?❤️?

  2. Ach, wie schön, liebe Fine! Das freut uns sehr. Viel Spaß beim Schreiben und Lesen!

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