Infrarot Sauna

Was ist eine Infrarot-Sauna – Louisa von der Radiance Bar im Interview

Louisa Lucke ist eigentlich Wirtschaftspsychologin. Als ihr Freund an rheumatischer Arthritis erkrankt, macht sie sich auf die Suche nach Lösungen. Die Wirkung der Infrarot-Sauna bringt sie dazu die Radiance Bar zu gründen, ein Studio mit Infrarot-Saunen und Lymphdrainage-Boots. Wir haben mit Louisa über die Wirkung von Licht auf den Körper gesprochen.

Louisa, was genau gibt es in der Radiance Bar?

Wir bieten drei verschiedene Services an, aber unser Hauptprodukt in der Radiance Bar sind Infrarot-Saunen. Es gibt bei uns vier kleine Räume, in jedem Raum befindet sich eine Kabine, sodass man ganz ungestört und für sich ist. Um einen herum befinden sich schwarze Panels, aus denen Infrarot-Licht heraus kommt. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, dass wir das volle Spektrum haben – nahe, mittlere und weite Infrarotstrahlung. Man verbleibt für 30 oder 50 Minuten in der Kabine. Zu Beginn startet man mit 30 Minuten, um den Körper langsam daran zu gewöhnen.

Die Infrarot-Sauna findet im Sitzen statt, es gibt aber auch Kabinen, die zu zweit besucht werden können und in einer weiteren großen Kabine kann man sich hinlegen. Während der Zeit in der Kabine kann man gemütlich über Bluetooth Musik oder einen Podcast anhören. In den ersten zehn Minuten passiert relativ wenig, aber dann geht‘s los: Die Poren öffnen sich, weil die Strahlung drei bis vier cm unter die Haut geht und der Körper fängt ordentlich an zu schwitzen. Wir heizen vor, die Temperatur liegt zwischen 50 und maximal 70 Grad. Direkt über den Besucher*innen befinden sich Chromotherapie-Lampen mit verschiedenen Farben, die einen positiven Effekt auf die Chakren haben.

Was passiert danach?

Nach der Infrarot-Sauna geht man meist duschen, der Körper schwitzt aber weiter. Davon sind die Leute immer sehr überrascht. Anders als bei der herkömmlichen Sauna geht die Strahlung viel tiefer und regt den Körper an zu entgiften. Bei regelmäßigen Besuchen lassen sich manchmal kleine schwarze Punkte im Handtuch erkennen, das sind dann tatsächlich Schwermetalle, Schadstoffe und Mikroplastik, die der Körper endlich los wird. Hier ist der große Unterschied zur herkömmlichen Sauna: In der Sauna sitzt du, es ist super heiß, die Luft ist heiß und wir schwitzen. Bei Infrafrot ist der Raum angenehm temperiert, du kannst gut atmen, aber die Strahlung geht tief rein und wärmt dich von innen nach außen. Durch die Tiefe wird auch der Entgiftungsprozess mehr angeregt.

Wie ist die Idee entstanden?

Ich habe eigentlich Wirtschaftspsychologie studiert und habe während des Studiums bei Your Superfoods im Supply Chain Management gearbeitet und war danach beim Klimaforschungsinstitut in Berlin im Accounting tätig. Vor drei Jahren erkrankte mein Freund dann an Rheumatischer Arthritis*. Ich habe ihn ein Jahr gepflegt, weil er im Bett lag und sich vor Schmerzen nicht bewegen konnte. Wir haben nach Lösungen gesucht, weil der Arzt nicht weiterhelfen konnte und nur Schmerzmittel verschrieben hat. Zuerst fanden wir eine Glutenunverträglichkeit raus, wodurch sich die Schmerzen schon verringerten.

Er war dann in NYC bei Higher Dose in einer Infrarot-Sauna und auf einmal sind alle seine Schwellungen in den Gelenken weniger geworden und auch sein Knie schmerzte nicht mehr so stark. Er fühlte sich viel aktiver. Ich kannte nur die finnischen Saunen und habe daraufhin die Infrarot-Sauna bei der Glow Bar in London ausprobiert. Ich war danach total geflahst, weil alles aus der Haut herauskam. Ich habe schon lange mit Akne zu kämpfen und die ist dadurch viel besser geworden. Die Haut war danach weicher und die Poren einfach sauber. Danach war mir klar, dass brauchen wir in Deutschland.

Hat sich die Krankheit bei deinem Freund verbessert?

Seit dem wir die Radiance Bar haben, geht er natürlich regelmäßig in die Infrarot-Sauna. Es ist viel besser geworden, nur ab und zu kommt nochmal was hoch. Bei ihm insbesondere am Knie und da hilft dann meistens die Infrarot-Sauna in Kombination mit der Rotlichtlampe.

Was genau ist die Rotlichtlampe?

Es  gibt ein Riesenspektrum an Licht, was die Sonne widerspiegelt. Bei der Lampe ist vorne Rotlicht und an der Rückseite Tageslicht. In der Rotlichtlampe ist Rotlicht auf einer Wellenlänge von 650 Nanometer (genau diese Wellenlänge bringt die Vorteile) und nahes Infrarotlicht auf der Wellenlänge von 850 Nanometer. Dieses Licht scheint auf die Haut und die einzelne Zelle wird gepusht mehr Energie zu produzieren. Die Tageslichtseite ist für den Winter, wenn es morgens noch dunkel ist, sodass man besser in den Rhythmus kommt und abends gut einschläft. Die Rotlichtseite eignet sich für das ganze Jahr, zum Beispiel bei Hautunreinheiten, bei Verspannungen oder auch bei Dehnungstreifen. Egal wo man Probleme hat, die Zelle wird unterstützt besser zu arbeiten.

Wie seid ihr auf das Rotlicht gekommen?

Wir haben es wegen der Knieschmerzen meines Freundes in den Staaten bestellt, um es zu testen. Nach zehn Minuten war der Schmerz im Knie komplett weg. Das war wirklich verrückt. Wir haben es gar nicht verstanden, weil wir dachten, es ist doch nur Licht. Wir haben uns dann mehr damit auseinandergesetzt was letztendlich physikalisch passiert: Es nimmt die Entzündung aus dem Knorpel heraus.

Warum ist Licht wichtig für den Körper?

Licht ist in den letzten Jahren immer wichtiger geworden, weil wir mehr Indoor sind, in unseren Häusern und uns kaum noch unter der Sonne aufhalten. Wir bekommen weniger gutes Licht ab, sondern nur blaues Licht vom Handy und Computer. Das ist nicht gut für Abends und bedeutet Stress für unsere Zellen. Es gibt viele Menschen, die vom Auto ins Büro kommen, spätabends wieder zurück und gar kein Licht abbekommen, gerade im Winter.

Bereits zehn bis 20 Minuten vor der Lampe reichen aus, denn mehr können die Zellen gar nicht an Energie aufnehmen. Danach hat man eine gute Dosis Licht abbekommen. Wenn wir kein Licht abbekommen, bekommen die Zellen keine Energie und verfallen in sich. Wir bekommen Falten, werden blass und träge und haben weniger Lebensenergie.

Wie sehen Lymphdrainage-Boots aus und was machen sie Gutes?

Der Schuh sieht aus wie eine Skihose als Boot und geht über das ganze Bein bis zur Hüfte hoch und wird an ein Gerät angeschlossen. Der Boot pumpt sich komplett mit Luft auf, um sich an den Beinumfang anzupassen. Nachdem er sich angepasst hat, fängt er beim Fuß an Druck aufzubauen. Dieser Druck geht hoch zur Wade und von da zum Oberschenkel. Die Lymphe werden vom Fuß im Richtung Oberkörper gedrückt. Wenn wir viel sitzen, arbeiten die Lymphe nicht mehr gut und alles sackt nach unten ab.

Das Lymphsystem wird unterstützt und aktiviert alles nach oben zu tragen. Es gibt sieben verschiedene Level, mit denen man die Intensität wählen kann. Viele unsere Kunden gehen vor der Sauna eine halbe Stunde in die Lymphdrainage-Boots, um einmal alles raus zu schwitzen.

Wie seid ihr auf die Boots gekommen?

Das war tatsächlich durch mein Problem. Ich habe herausgefunden, dass ich ein hormonelles Ungleichgewicht habe, noch verstärkt durchs viele Sitzen. Zu viele Östrogen, zu wenig Progesteron und dadurch kamen Wassereinlagerung in den Waden. Da wir keine komplette Lymphdrainage anbieten konnten, so wie es in New York vor der Sauna gemacht wird, sind wir auf die Boots gekommen.

Wer kommt zu euch?

Boutiquestudios und Fitnessclubs sind in Deutschland angekommen, aber es gibt nur wenige Orte, an denen man aufladen kann. Das merken wir auch an den Kunden. Die meisten haben gar nicht so schlimme Beschwerden, aber sie finden es toll alleine in dem Raum zu sein, das Handy draußen zu lassen, vielleicht eine Meditation zu machen und alles einmal raus zu schwitzen.

Ich mache gerade meinen Heilpraktiker fertig und möchte Infrarot-Sauna auch für Privatpatienten anbieten. Während des Lockdowns hatten wir auch Kunden, die sich extra ein Attest beim Arzt geholt haben. Wir haben ein paar ältere Leute über 70, die mit Muskelzerrungen, Verspannungen und Muskelkrankheiten zu tun haben. Sonst sind wir sehr durchgemischt, viele ältere Leute oder eben die klassischen Nackenprobleme.

Welche Wirkung haben Infrarot auf Immunsystem und Stress?

Ich vergleiche es immer mit Sport, denn wenn du zum Sport gehst, ist dein Nervensystem aktiviert, du bist im Stress- und Überlebensmodus.  Wenn du in die Sauna gehst, fährst du runter, der Cortisolspiegel sinkt nach unten ab und es werden Endorphine ausgeschüttet.

Die Körpertemperatur geht extrem nach oben und es ist letztendlich wie ein künstliches Fieber, alles wird abtransportiert und dadurch wird das Immunsystem gestärkt. Eigentlich wäre es gut, wenn wir deshalb auch während Corona öffnen könnten.

Wir drücken die Daumen, dass die Radiance Bar bald wieder öffnen kann.

* Rheumatische Arthritis ist eine nicht ansteckende, chronische und schubförmig verlaufende Entzündung im ganzen Körper, dabei greift das Immunsystem körpereigenes Gewebe an.

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2 Kommentare zu “Was ist eine Infrarot-Sauna – Louisa von der Radiance Bar im Interview

  1. Vielen Dank für das Interview! Es ist gut zu wissen, dass Infrarot das Immunsystem stärkt und Endorphine freisetzt, genau wie eine Sauna. Da wir keine Kapazitäten für eine Sauna haben, klingt das nämlich nach einer guten Alternative. Ich überlege jetzt, mir so eine Infrarotkabine nach Maß in den Keller einbauen zu lassen.

  2. Das klingt super!!!! Und sehr gesund.

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