Beine einer Frau mit weisser hose in einem weissen Bett

Progressive Muskelentspannung

Beim Thema Loslassen darf eine Methode sicher nicht fehlen: die progressive Muskelentspannung nach Jacobson, kurz TRE. Denn Loslassen hat viel mit dem Körper und unserer Muskulatur zu tun. Diese Methode ist einfach, vielfach erprobt und zeigt schnell Wirkung. 

Wir sind die Generation der Dauerverspannten. Egal ob Nacken oder unterer Rücken, dauernd schmerzt es, weil die meisten von uns den ganzen Tag in der immer gleichen Haltung am Schreibtisch sitzen. Wir tippen, tippen, tippen und vergessen dabei uns zu bewegen. Noch dazu halten wir innerlich fest, weil es einfacher ist, als Dinge los zu lassen und Neues zu entdecken. Das führt körperlich dazu, dass unsere Muskeln verspannen und hart werden. Im Geist entsteht Angst und die lähmt uns.

Wer hätte gedacht, dass das bereits 1920 ein großes Thema war. Schon in dieser Zeit spielte Alltagsstress eine Rolle und Edmund Jacobson entwickelte die progressive Muskelentspannung, die heute in Kliniken angewendet und in Heilpraktikerschulen unterrichtet wird. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Entspannungsverfahren von der Meditation, über Yin Yoga, Yoga Nidra bis hin zum Floaten. Ein Vorteil der progressiven Muskelentspannung ist sicherlich, dass sie, einmal erlernt, sehr einfach umzusetzen ist. 

Was steht dahinter? Das Prinzip der progressiven Muskelentspannung

Jacobson fand heraus, dass sich bei Gefühlen wie Angst oder Unruhe die Muskeln deutlich verspannen. Und umgekehrt werden Angst und Anspannung geringer, wenn auch die Muskeln los lassen. Das ist oftmals leichter gesagt als getan. Die Methode der Muskelentspannung arbeitet damit den Muskel zuerst anzuspannen, diese Spannung zu halten und dann loszulassen. Die Spannung wird für 20-30 Sekunden gehalten und danach wird die Muskulatur entspannt. Meist arbeitet man sich am ganzen Körper entlang – von Kopf, Nacken und Schultern über Arme und Beine bis hin zu den Füßen. Die Teilnehmer lernen die Methode des Kurses in acht Sitzungen und können diese dann selbst anwenden. 

Während des An- und Entspannens wird die Aufmerksamkeit auf die damit verbundenen Gefühle gelenkt. Was passiert in mir, wenn ich anspanne? Was passiert, wenn ich los lasse? Der Körper lernt dadurch, wie sich erhöhte Spannung anfühlt und wie sich Entspannung anfühlt. Denn wenn wir dauerhaft anspannen und festhalten, wissen wir irgendwann nicht mehr, wie sich der Körper im gelösten Zustand anfühlt.

Für wen eignet sich die progressive Muskelentspannung

Die Methode ist gut für alle, die unter Stress stehen und sich schwer damit tun abzuschalten und loszulassen. Die Teilnehmer lernen besser mit Stress umzugehen. Wer unter Migräne oder Kopfschmerzen leidet, findet ebenfalls Erlösung durch die Entspannung. Auch bei Angstpatienten wird die Methode angewendet – hier werden die Patienten oftmals unter der Anwendung der Entspannungsmethode mit dem Objekt der Angst konfrontiert. Außerdem ist die Methode bei einigen Formen von Schlafstörungen sehr wirksam. Aber auch bei Ängsten, Streitigkeiten in Familienkonstellationen und Druck im Job zeigt die Methode Erfolg.

Hier kannst du die Progressive Muskelentspannung ganz in Ruhe und Schritt für Schritt ausprobieren.

Buchtipp:

Progressive Muskelentspannung nach Jacobson*: Übungen zum Loslassen und Entspannen – einfach zu erlernen und sofort anzuwenden (Audible Hörbuch) von Irina Scholz

Titelbild @ Toa Heftiba via Unsplash

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